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Orthopädie & Unfallchirurgie

Spondylitis ankylosans: Diagnose

Spondylitis ankylosans (Synonym: Morbus Strümpell-Bechterew-Marie)

Definition

Chronisch entzündliche Erkrankung unbekannter Ätiologie, die an den kleinen Wirbelgelenken, den Sakroiliakalgelenken und dem Bandapparat der Wirbelsäule beginnt und überwiegend Männer vor dem 40. Lebensjahr befällt (Männer : Frauen = 4:1). Familiäre Häufung.

Symptome

spondylitis_ankylosans.gif
I. Beginn oft uncharakteristisch

  • Schmerzen
    • Im Kreuz (DD Lumbago!)
    • Ischialgiforme Schmerzen (oft wechselnd zwischen rechts und links, keine neurologischen Ausfälle)
    • An den Fersen (Achillodynie, Enthesitis)
    • Schmerzen intermittierend; typisch nächtliche Verschlimmerung der Schmerzen, besonders in der zweiten Nachthälfte (in den frühen Morgenstunden)

II. Ausgeprägtes Krankheitsbild

  • Schubweiser Verlauf mit progressiver Versteifung der Wirbelsäule und der Sakroiliakalgelenke
  • Ausbreitung auf Brust- und Halswirbelsäule: Versteifung in Beugestellung → Kyphose, Thoraxstarre → Ventilationsstörung
  • Klappennahe Mesaortitis (ca. 3 %) → Aorteninsuffizienz
  • Beteiligung peripherer Gelenke in 30–50 %
  • Am häufigsten stammnahe Gelenke: Hüft-, Knie-, Schultergelenke; Ellenbogen-, Handgelenke selten betroffen
  • Die Arthritis kann vorübergehend sein, kann jedoch auch zu schweren Destruktionen, insbesondere der Hüftgelenke führen.
  • N.B.: "Periphere" Arthritis kann Frühsymptom der Spondylitis ankylosans sein!

III. Endstadium

  • Hochgradige Fehlhaltung mit ausgeprägter Kyphose, weitgehender Versteifung der Hüftgelenke, sekundärer Ventilationsstörung
  • Dieses Stadium erreichen ohne Therapie 25 % aller Fälle
  • N.B.: Die Erkrankung kann in jedem Stadium zur Ruhe kommen

Diagnostik

Klinische Untersuchung
  • Häufig "kein Befund" für längere Zeit
  • Später: Steifhaltung im Kreuz (Mennell'sches Zeichen positiv), eingeschränkte Thoraxexpansion, Vergrößerung des Finger-Boden-Abstands beim Vorwärtsbeugen und Entstehung eines Hinterhaupt-Wand-Abstands beim Stehen an der Wand, Fixierung der Wirbelsäule: Schober'sches Zeichen positiv!
  • Iritis, Iridozyklitis, rezidivierend, manchmal als Frühsymptom!
  • Assoziation mit Morbus Crohn
Labor
  • Mäßig beschleunigte BSG
  • Subakut-entzündliche Konstellation in der Elektrophorese
  • ASLO-Titer und Rheumafaktor negativ!
  • Nachweis von HLA-B27 in 80–95 %. Bestimmung bei Verdachtsfällen im Frühstadium kann differenzialdiagnostischen Hinweis geben, besonders bei jungen Patienten mit nächtlichen und hartnäckigen Kreuzschmerzen und objektivierten Entzündungserscheinungen (BSG erhöht)
Röntgen
  • Bei Verdacht Aufnahmen der LWS und Zielaufnahmen der Sakroiliakalgelenke
  • N.B.: Frühveränderungen der Sakroiliakalgelenke oft auf Beckenübersichtsaufnahme nicht sichtbar!
  • Sakroiliakalfugen verbreitert, verwaschene Begrenzung; gleichzeitig beginnen die gelenknahe Sklerosierung und die langsame Ankylose der Sakroiliakalgelenke; Kastenform der Wirbelkörper
  • Beginnende Verkalkung im Bandapparat der LWS, evtl. auch weiterer Anteile der Wirbelsäule, Syndesmophytenbildung. Ankylosierende Arthritis der Zwischenwirbelgelenke
  • Später zunehmende Verknöcherung des Bandapparats der Wirbelsäule (Bambusstab), Osteoporose
     

Prognose

  • Die Mehrzahl der Fälle verläuft gutartig
  • Sichere prognostische Kriterien für den Einzelfall nicht bekannt

 

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Letztes Update:12 März, 2009 - 14:46